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Gewohnheitsschleifen

Wenn du glaubst, dass wir unsere täglichen Entscheidungen immer sorgfältig abwägen, dann liegst du falsch. In Wirklichkeit lotsen uns Routinen und Gewohnheiten durch den Tag.  Mindestens 30-50 Prozent der Entscheidungen, die wir im Laufe des Tages treffen, laufen völlig unbewusst ab.

Glaubst du nicht?  – Ist aber so…

 … oder musst du darüber nachdenken, was du tun musst, wenn dein Wecker läutet? 

Wahrscheinlich nicht. Bei den meisten Menschen läuft der frühe Morgen komplett automatisiert ab: Toilette, duschen, Zähneputzen, anziehen, Kaffee, Zigarette, … Tasche, Rucksack, Schlüssel nehmen, absperren, …

Eine Handlung löst die nächste aus. Auch dein Weg in die Arbeit wird von Tag zu Tag ziemlich gleich ablaufen.

Wissenschaftler sprechen bei solchen automatisierten Abläufen von Handlungs- oder Gewohnheitsschleifen. Auf einen Reiz folgt eine Handlung und auf die Handlung folgt die Belohnung.

Eine Belohnung ist alles, was zur Ausschüttung des „Glückshormons“ Dopamin führt. Ist eine Schleife aber erst mal fest in unserem Hirn verankert, kann die Belohnung ausbleiben, sie wird dann nicht mehr gebraucht.

Gewohnheitsschleifen haben den Vorteil, dass du über viele Dinge nicht nachdenken musst, sie nehmen dir einen großen Teil der täglichen Entscheidungen ab. Dadurch bleibt dir genug Energie für die Dinge, die du bewusst entscheiden musst oder willst. Was will ich am Abend kochen?  Was ist für das Projekt im Büro noch zu erledigen?

Leider laufen auch deine schlechten Gewohnheiten in solchen Schleifen ab, deshalb sind sie mitunter so hartnäckig und du kannst sie dir nur sehr schwer abgewöhnen.

Aber wenn du erst mal weißt, wie solche Schleifen funktionieren, kannst du sie bewusst für dich nutzen, um dir neue Dinge anzugewöhnen oder alte Laster endlich loszuwerden.

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Motivation und Willenskraft sind keine verlässlichen Partner

Irgendwann ist es so weit: Du hast genug Motivation zusammengekratzt und nimmst einen neuen Anlauf: Diesmal hörst du wirklich mit dem Rauchen auf, verzichtest auf Zucker, nimmst 10 kg ab.

Die ersten Stunden, Tage und Wochen gehen gut, aber mit der Zeit wird es immer schwerer. Mit aller Kraft kämpfst du täglich gegen Zigaretten, Zucker oder deinen inneren Schweinehund an. Wieso wird es einfach nicht leichter? Deine Laune ist am Tiefpunkt, du bist gestresst und deine Gelüste werden größer und größer. Wie gut wäre jetzt eine Zigarette oder nur ein winziges Stück Schokolade?

Irgendwann kommt unweigerlich der Tag, an dem du wieder scheiterst. Stress in der Arbeit, Streit zu Hause, Frust oder Langeweile, …

Es ist oft nur ein winziger Tropfen, der das Fass schließlich zum Überlaufen bringt. Und dann brechen alle Dämme und Game over: In null Komma nichts hast du alle Süßigkeiten im Büro eliminiert, oder die Eisvorräte in deinem Kühlschrank. Oder du stehst frierend im strömenden Regen und rauchst eine Zigarette. Sie schmeckt zwar wirklich übel und dir ist ganz schwindelig, aber trotzdem bist du irgendwie erleichtert.

Aber nach dem Rückfall kommt der Kater, scheitern fühlt sich einfach nur schrecklich an und es nagt auch ordentlich am Selbstbewusstsein. Warum habe ich keine Disziplin und keine Willenskraft? Was stimmt bloß nicht mit mir? Und wieso gibt es Leute, die dauerhaft ihr Leben ändern? Die nicht mehr rauchen, die sportlich sind und schlank.

Haben diese Menschen irgendwelche Superkräfte, mehr Disziplin, mehr Willensstärke? Nein, mittlerweile ist wissenschaftlich belegt, dass solche Leute in der Regel keine oder kaum Willenskraft aufbringen müssen, um ihre Ziele zu erreichen.

Sie nutzen – bewusst oder unbewusst – sogenannte Gewohnheitsschleifen. Sie gewöhnen sich mühelos an neue Verhaltensweisen, ohne auch nur lange darüber nachzudenken zu müssen. Mit Hypnose geht das besonders leicht – aber auch ganz ohne hypnotherapeutische Maßnahmen kann jeder diese Techniken lernen.