FAQ

Wie funktioniert eine Schmerztherapie?

Eine Schmerztherapie umfasst alle therapeutischen Maßnahmen, die den Schmerzen lindern. 

Bei starken chronischen Schmerzen oder bei Tumorschmerzen hilft eine Kombination aus verschiedenen Maßnahmen oft am besten.  

Neben der medikamentösen Therapie können eben auch zusätzliche Maßnahmen wie Physiotherapie, Elektrotherapie oder eben auch Hypnose zum Einsatz kommen. Man spricht dann von einer multimodalen Schmerztherapie.

Der erste Schritt in der Schmerztherapie ist aber immer eine ausführliche Schmerzanamnese, danach lege ich mit dem Patienten gemeinsam die weiteren Ziele und Behandlungsschritte fest.

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Was ist Hypnose?

Das Wort Hypnose kommt vom griechischen „Hypnos“ und bedeutet Schlaf. Hypnose führt zu einem veränderten Bewusstseinszustand, der weder mit Schlaf noch mit dem Wachbewusstsein zu vergleichen ist.

Während der Hypnose kommt es unter anderem zu einer verminderten Aktivität im Bereich der Frontallappen und des Default-Mode-Netzwerkes des Gehirns, was bedeutet, dass das Ich-Bewusstsein vorübergehend heruntergefahren wird. Der Tübinger Psychotherapeut Dirk Revenstorff bezeichnet diesen Zustand als vorübergehende Ich-Schwäche.

Dadurch wird es dem Patienten ermöglicht, einen Zugang zu sonst unbewussten Ressourcen (Fähigkeiten, Möglichkeiten, Stärken) zu bekommen. Häufig können auf diesem Weg neue Lösungen gefunden und Erfahrungen gemacht werden, die im Alltag kaum möglich sind.

Der Begründer der modernen medizinischen Hypnose, Milton Erickson, war der Meinung, dass jeder Mensch die Ressourcen, die er zur Veränderung braucht, in sich trägt und dass das Individuum nicht dazu angeleitet werden muss, seine körperlichen und seelischen Probleme zu lösen. Weil das für verzweifelte Patienten nur schwer vorstellbar war, führte er den Begriff des Unterbewusstseins als Hilfsgröße in der Hypnose ein.

Was ist Trance?

Trance und Hypnose werden häufig als Synonyme verwendet. Der Begriff Trance kommt vom lateinischen transire („hinübergehen, überschreiten“) und ist eine Sammelbezeichnung für veränderte Bewusstseinszustände mit einem intensiven mentalen Erleben. In Abgrenzung zum gewöhnlichen Wachbewusstsein sind diese Zustände durch folgende Merkmale gekennzeichnet:

  • eine hochfokussierte Konzentration auf einen Vorgang
  • bei gleichzeitiger sehr tiefer Entspannung
  • eine Ausschaltung des logisch-reflektierenden Verstandes

Gibt es Hypnose und Trance im Alltag?

Ja, jeder Mensch kennt tranceartige Zustände. Typischerweise treten Sie zum Beispiel bei längeren Autofahrten ein, wenn der Fahrer nicht mehr weiß, wie er eigentlich von A nach B gekommen ist. Auch wenn man im Kino sitzt und in einen Film vertieft ist, ist dieser Zustand mit einer Trance zu erklären. Kleinkinder, die gebannt auf den Fernseher starren, befinden sich ebenfalls in einer Art Alltagstrance.

Wie fühlt sich Hypnose an?

Hypnose ist in der Regel ein angenehmer Zustand. Häufig werden traumartige Bilder wahrgenommen, manchmal fühlt sich Hypnose wie autogenes Training oder auch eine Meditation an. Diese Zustände sind nicht immer gleich und oft von der Trancetiefe abhängig.

Kann jeder hypnotisiert werden?

Grundsätzlich sind Menschen unterschiedlich hypnotisierbar und ein kleiner Teil der Menschen kann nicht in Hypnose gehen. Für viele Therapieformen ist aber auch schon eine leichte Trance ausreichend.

Kann ich gegen meinen Willen hypnotisiert werden?

Grundsätzlich kann man nur hypnotisiert werden, wenn man sich darauf einlässt.

Können mir in der Hypnose Dinge eingeredet werden, die ich eigentlich nicht möchte?

Nein. Auch in einer tiefen Trance kann nichts induziert werden, was gegen den eigenen Willen geht oder den eigenen Werten widerspricht. Man kann auch nicht gegen den eigenen Willen in Hypnose gehalten werden. Jeder Mensch ist in der Lage, sich jederzeit selbst aus der Trance zu holen.

Was ist dann aber mit den Bühnen-Hypnotiseuren, die mit Menschen auf der Bühne ihre Späße treiben?

Teilnehmer, die bei einer Hypnose-Show mitmachen, wissen im Grunde, worauf sie sich einlassen. Auch ihr Verhalten ist in Wirklichkeit freiwillig. Trotzdem sind Hypnose-Shows sehr kritisch zu sehen, da bei Teilnehmern alte Traumata aufbrechen können und die Teilnehmer dann ohne weitere Hilfe und Betreuung zurückbleiben.

Was lässt sich mit Hypnose behandeln?

Die Wirkung von Hypnose ist wissenschaftlich gut untersucht. Man kann mit bildgebenden Verfahren (z.B. Pet CT) nachweisen, dass es während der Hypnose zu einer Bewusstseinsveränderung kommt.

Es gibt mittlerweile mehrere 100 randomisierte, kontrollierte Studien mit über 10.000 Patienten, welche die Wirkung von Hypnose in der Medizin und in der Psychologie belegen.

Folgende Problemfelder sprechen gut auf Hypnose an:

  • viele Arten von Schmerzen – alleine oder im Rahmen einer multimodalen Schmerztherapie (Tumorschmerzen, Rückenschmerzen, Fibromyalgie, neuropathische Schmerzen,…) 
  • Rauchen
  • Prüfungsangst
  • diverse Angstzustände, Panikattackenfg
  • Übergewicht, Gewichtsreduktion
  • psychosomatische Beschwerden
  • Schlafstörungen
  • Sportmotivation
  • Erleichterung des Geburtsvorgangs

Gibt es auch Nebenwirkungen und Gegenanzeigen?

Bei manchen psychischen Erkrankungen, wie z. B. Schizophrenie, Borderline-Symptomatik oder Psychosen ist eine Hypnose kontraindiziert, weil sie die Beschwerden der Grunderkrankung verstärken kann. Auch bei traumatisierten Patienten ist Vorsicht geboten.